Wie viel Provision nimmt eine OnlyFans-Agentur normalerweise?
3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-08-19
Die Spanne ist groß, und der Prozentsatz allein sagt wenig aus. Zwei Angebote mit demselben Satz können sich in der Auszahlung deutlich unterscheiden, je nachdem, worauf gerechnet wird und was enthalten ist.
Die verbreiteten Größenordnungen
In der Praxis bewegen sich die Sätze meist zwischen zwanzig und fünfzig Prozent. Grob lässt sich sagen:
- Unter zwanzig Prozent deckt selten mehr ab als eine Teilleistung
- Zwanzig bis dreißig Prozent ist üblich, wenn Creator einen großen Teil selbst übernehmen
- Dreißig bis fünfzig Prozent ist üblich bei umfassender Betreuung inklusive Nachrichten rund um die Uhr
Ein hoher Satz ist nicht automatisch schlecht und ein niedriger nicht automatisch gut. Entscheidend ist das Verhältnis von Leistung zu Anteil.
Worauf gerechnet wird
Das ist der wichtigste Punkt und wird am häufigsten übersehen.
Wird die Provision auf den Bruttoumsatz gerechnet oder auf den Betrag nach Abzug der zwanzig Prozent Plattformgebühr? Der Unterschied ist erheblich. Dreißig Prozent vom Brutto entsprechen etwa siebenunddreißig Prozent von dem, was tatsächlich bei dir ankommt.
Frag das ausdrücklich und lass es dir schriftlich geben.
Was enthalten sein sollte
Kläre vor der Unterschrift, welche Leistungen der Satz abdeckt und welche extra kosten. Häufige Streitpunkte sind Werbebudgets, Kosten für Kollaborationen, Software und der Schutz vor Leaks.
Wenn Werbekosten zusätzlich anfallen, gehört in den Vertrag, wer sie freigibt und bis zu welcher Höhe.
Modelle, die du meiden solltest
Vorauszahlungen. Eine Agentur, die vorab Geld für Aufnahme, Schulung oder Ausrüstung verlangt, verdient an dir statt mit dir.
Provision auf alle Einnahmen, lebenslang. Klauseln, nach denen auch nach Vertragsende weiter kassiert wird, sind verbreitet und selten in deinem Interesse.
Kontoübertragung. Wenn das Konto auf die Agentur läuft oder du keinen eigenen Zugang mehr hast, hast du dein Geschäft abgegeben, nicht ausgelagert.
Unbestimmte Laufzeit ohne Kündigungsmöglichkeit. Ein sauberer Vertrag hat eine Kündigungsfrist, die du auch nutzen kannst.
Die Rechnung, die zählt
Nicht der Prozentsatz entscheidet, sondern der Betrag, der nach allem bei dir bleibt. Sechzig Prozent von einem verdreifachten Umsatz sind mehr als hundert Prozent von dem, was du jetzt hast.
Ebenso gilt die Gegenrichtung: Fünfzig Prozent von einem Umsatz, der sich kaum bewegt, sind schlicht eine Halbierung.
Wie du ein Angebot prüfst
Lass dir vorrechnen, welche Maßnahmen konkret geplant sind und in welchem Zeitraum sie wirken sollen. Frag nach Referenzen und danach, wie viele Creator die Agentur betreut. Und frag, was passiert, wenn die Ergebnisse ausbleiben.
Eine gute Antwort auf die letzte Frage enthält einen Ausstieg, keine Ausrede.
Ein Rechenbeispiel
Angenommen, du machst derzeit zweitausend Euro Umsatz im Monat und behältst nach der Plattformgebühr sechzehnhundert. Ein Angebot mit dreißig Prozent auf diesen Betrag kostet dich vierhundertachtzig Euro.
Damit du netto besser dastehst, muss der Umsatz also um mehr als dreißig Prozent steigen, nicht nur ein bisschen. Bei einer Verdopplung auf viertausend Euro blieben dir nach Plattformgebühr und Provision rund zweitausendzweihundert statt vorher sechzehnhundert.
Diese Rechnung solltest du mit deinen echten Zahlen aufstellen und dir vom Anbieter erklären lassen, über welche Maßnahmen der Zuwachs entstehen soll. Bleibt die Antwort vage, ist die Zahl es auch.
Was wir dazu sagen
Wir nennen unseren Satz offen im Gespräch, gerechnet auf den Betrag nach Plattformgebühr, und legen dar, was er abdeckt. Wenn die Rechnung für dich nicht aufgeht, ist das ein legitimes Ergebnis eines Erstgesprächs.
