Aus einem Agenturvertrag wieder herauskommen: Was möglich ist
2 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 2026-09-09
Zu diesem Thema steht wenig im Netz, weil kaum jemand ein Interesse daran hat, es aufzuschreiben. Deshalb hier der nüchterne Ablauf — auch wenn du am Ende nicht zu uns kommst.
Vorweg: Das ist keine Rechtsberatung. Bei Streit über einen konkreten Vertrag gehört ein Anwalt dazu, und zwar früh.
Zuerst: nachlesen, nicht kündigen
Bevor irgendetwas geschrieben wird, brauchst du drei Angaben aus deinem Vertrag: Laufzeit, Kündigungsfrist und was nach Vertragsende mit Konto, Inhalten und Einnahmen passiert.
Findest du den Vertrag nicht mehr, fordere ihn an. Eine Agentur, die dir deinen eigenen Vertrag nicht aushändigt, hat dir gerade die wichtigste Auskunft über sich selbst gegeben.
Die vier Punkte, die wirklich zählen
Die Zugangsdaten. Wenn du sie hast, ändere die Passwörter zum vereinbarten Zeitpunkt und richte die Zwei-Faktor-Anmeldung auf deine eigene Nummer ein. Wenn du sie nicht hast, ist das der dringendste Punkt — und ein Grund, sofort schriftlich zu werden.
Die E-Mail-Adresse des Kontos. Wem die Adresse gehört, dem gehört faktisch das Konto. Steht dort eine Agenturadresse, muss sie umgestellt werden, bevor du kündigst.
Die Inhalte. Wer deine Aufnahmen produziert hat, hat sie nicht deshalb erhalten. Lass dir alles herausgeben und sichere selbst eine Kopie, bevor Zugänge erlöschen.
Die laufenden Einnahmen. Abonnements laufen weiter, Auszahlungen kommen zeitversetzt. Kläre schriftlich, wie mit dem letzten Abrechnungszeitraum verfahren wird.
Was eine lange Laufzeit wert ist
Weniger, als viele denken. Eine unangemessen lange Bindung, überraschende Klauseln oder eine einseitige Verlängerung können unwirksam sein — das entscheidet aber niemand aus dem Bauch, sondern jemand mit Zulassung, der den Vertrag gelesen hat.
Umgekehrt gilt: Solange nichts geklärt ist, arbeitest du weiter unter dem Vertrag. Einfach aufhören ist der teuerste Weg.
Die Reihenfolge
Erst Kopien deiner Inhalte sichern. Dann Zugangsdaten und E-Mail-Adresse klären. Dann schriftlich kündigen, mit Nachweis über den Zugang. Dann die Auszahlungsdaten prüfen. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt — sonst verhandelst du über etwas, worauf du keinen Zugriff mehr hast.
Alles Wichtige schriftlich. Ein freundliches Telefonat ersetzt keinen Nachweis.
Wie du eine Wiederholung vermeidest
Die Punkte, an denen es schiefgeht, sind vor der Unterschrift erkennbar: Kontozugriff, Laufzeit, Kündigungsfrist, was nach Vertragsende gilt. Die Liste dazu steht unter Worauf im Vertrag achten und Woran erkenne ich eine seriöse Agentur?.
Wie wir das halten
Bei uns bleibt das Konto bei dir, samt Zugangsdaten und E-Mail-Adresse. Es gibt keine feste Laufzeit, und was du produziert hast, gehört dir — auch danach. Wenn du gerade aus einer anderen Zusammenarbeit kommst, sag uns das offen: Wir fangen nichts an, solange die alte Sache nicht sauber beendet ist.